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Friedhofskomplex - Hochheimer Höhe

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Der Friedhofskomplex auf der Hochheimer Höhe in Worms wurde zwischen 1897 und 1905 geplant und errichtet und stellt ein bedeutendes Beispiel für kommunale Architektur um 1900 dar. Ursprünglich entwickelte der Stadtbaumeister Karl Hofmann das Planungskonzept, das nach seinem Ausscheiden aus dem Amt von seinem Nachfolger Georg Metzler überarbeitet und ausgeführt wurde. Ziel des Projekts war es, einen neuen zentralen Friedhof zu schaffen, der den bisherigen ersetzen und der Bevölkerung langfristig als würdiger Begräbnisort dienen sollte.


Hofmanns Entwurf sah eine streng gegliederte Anlage entlang der Höhenstraße vor, mit einer zentralen Kapelle über einer Leichenhalle. Diese vertikale Anordnung sollte eine monumentale Wirkung erzeugen. Zudem waren funktionale Einrichtungen wie ein Arztzimmer, eine offene Schutzhalle sowie Leichenzellen im Untergeschoss geplant. Stilistisch orientierte sich der Entwurf am Neuromanischen und nahm mit einer geplanten Kuppel bewusst Bezug auf den Wormser Dom.
Im Zuge der Umsetzung nahm Georg Metzler jedoch wesentliche Veränderungen vor. Aus Kostengründen und funktionalen Überlegungen entschied er sich für eine horizontale Anordnung der Gebäude. Dadurch entstand ein gestrecktes, klar gegliedertes Ensemble, bei dem Kapelle, Leichenhalle und Nebenräume nebeneinander angeordnet sind. Trotz dieser Änderungen blieb der neuromanische Stil erhalten, wurde jedoch durch einzelne Elemente des Jugendstils ergänzt, wie etwa Reliefs mit dem Reichsadler und dem Wormser Drachen.
Der Bau wurde 1903 begonnen und 1905 fertiggestellt. Zum Ensemble gehören neben der zentralen Trauerhalle auch das Aufseherhaus, der ehemalige Sezierraum (heute Verwaltung) sowie Gebäude mit Leichenzellen. Die Architektur ist bewusst historisierend und greift Formen der regionalen Romanik auf. Die exponierte Lage auf der Höhe macht den Komplex weithin sichtbar und verleiht ihm eine prägende Bedeutung im Stadtbild.
Der Eingangsbereich ist burgartig gestaltet und symbolisiert den Friedhof als geschützten Ort. Religiöse Darstellungen und Bibelzitate verstärken diese Wirkung. Besonders prägnant ist die achteckige Kuppel der Kapelle, die als Anspielung auf den Wormser Dom den symbolischen Höhepunkt der Anlage bildet.
Insgesamt zeigt der Friedhofskomplex, wie architektonische Gestaltung, funktionale Anforderungen und symbolische Bedeutung miteinander verbunden wurden, um einen Ort von städtischer und kultureller Bedeutung zu schaffen, der bis heute das Stadtbild prägt.


Nutzungsplan 1899 Hofmann (StAWo Abt. 5 Nr 3606)
Nutzungsplan 1899 Hofmann (StAWo Abt. 5 Nr 3606)
Grundriss 1899 Hofmann (StAWo Abt. 5 Nr 3606)
Grundriss 1899 Hofmann (StAWo Abt. 5 Nr 3606)
Längsschnitt 1908 Metzler (StAWo Abt. 6 Nr 2685)
Längsschnitt 1908 Metzler (StAWo Abt. 6 Nr 2685)
Nutzungsplan 1900 Metzler (StAWo Abt. 6 Nr 2685)
Nutzungsplan 1900 Metzler (StAWo Abt. 6 Nr 2685)
Grundriss 1915 Metzler (StAWo Neg. Num.: M18886 )
Grundriss 1915 Metzler (StAWo Neg. Num.: M18886 )


 
 
 
 
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